Über Grundschnitte….Teil 2: Wie komme ich dazu ? – Methode DIY.

Wenn man sich nun entschieden hat, dass man gerne einen Grundschnitt haben möchte, dann gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie man dazu kommen kann. Immi Meyer hat dazu sehr schön die verschiedenen Methoden aufgezählt. Ich stimme ihr in allen Punkten zu, doch beim Schnittabnehmen von einem gut passenden, fertigen Teil möchte ich anmerken, dass man da sehr vorsichtig sein muss, gerade bei Hosen, da die gerne ausleiern bzw. in eine bestimmte Form sich durch das Tragen bilden, so dass die Schnittteile dann irgendwann dreidimensional sind und dann nur mit sehr viel Sorgfalt und Fachwissen auf ein zweidimensionales Schnittteil übertragen lassen.

Aber wie mache ich es dann? Zuerst habe ich mich für die Methode DIY entschieden. Das hat für den Rock sehr gut geklappt.

Bei mir sind die Röcke hinten (aus verschiedenen Gründen) immer zu kurz. Daher habe ich dann immer mit dem Rockabrunder den Saum begradigt. Das ist nunja, besser als nichts, aber ideal auch nicht, da das Problem ja eigentlich woanders liegt. Ich habe mir also einen fertigen Rock angesehen, die Differenz zwischen dem Saum in der vorderen und hinteren Mitte gemessen, den Rock oben an der Änderungslinie im Hüftbereich aufgeschnitten und aufgespreizt. Ich hab also ein keilförmiges Teil eingesetzt. Die Seitennaht blieb gleich lang, während die Naht in der hinteren Mitte länger wurde.

Dann nähte ich ein Probemodell, das wurde abgesteckt, so dass die Seitennähte gerade waren, die Abnäher wurden verändert und ich hatte einen perfekt sitzenden Rock, der unten einen geraden Saum hat.

Bevor ich in Massenproduktion ging, habe ich natürlich nochmal ein „echtes“ Probemodell genäht, mit Futter und Bund aus einem Stoff, den ich so tragen würde, der aber nicht mein allerschönster Lieblingsstoff ist. Und auch da zeigte sich: es passt.

So kann man also mit Hilfe einiger fachkundiger Freundinnen einfach zu einem Grundschnitt kommen. Wichtig ist halt, dass man sich einen schmalen Schnitt sucht und jetzt keinen A-Linienrock mit Godets. Ich habe Burda 8765 verwendet.

Allerdings gerät diese Methode auch schnell an ihre Grenzen. Auch wenn wir gemeinsam beim Nähtreffen ein unglaubliches Fachwissen haben und so manche Kursleiterin damit sehr schnell an ihre Grenzen bringen würden, dass sie uns noch etwas neues beibringen kann, sind wir einfach keine Profis und gewisse Dinge können wir einfach nicht (so gut). Z.B. Hosen oder schwierige Ärmelanpassungen.

Ich wollte mir mit der gleichen Methode eine Hose anpassen. Ich habe bestimmt 5 Probeteile genäht und schließlich dachte ich, ich hätte es geschafft. Ich nähte ein tragbares Probeteil und zog die Hose frohen Mutes auf die Arbeit an. WAS FÜR EIN FEHLER! Das blöde Ding drehte sich dauernd, war außerdem etwas zu kurz und wanderte. Zuhause gab ich es sofort in den Kleidersack, schmiss Schnitt und Probemodelle weg und hakte das Hosenthema erstmal ab. Hosen sind einfach ein schwieriges Thema beim Anpassen, da die Sachen, die man machen muss nicht immer logisch sind und man außerdem an manche Stellen einfach schlecht hinkommt und so dann nicht sieht, was das Problem genau ist.

Daher ging ich damit zum Profi, das erzähle ich Euch dann aber beim nächsten Mal.

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2 Antworten zu Über Grundschnitte….Teil 2: Wie komme ich dazu ? – Methode DIY.

  1. Immi Meyer schreibt:

    Sehr interessant hier! 🙂 Ich lese deine Serie mit Interesse und bin echt gespannt auf die Hosenergebnisse und entsprechenden Erfahrungsberichte. Wie du das mit deinem Rockgrundschnitt gemacht hast, habe ich glaub ich auch kapiert. Stimmt ,dass ein passender Rock auch in der Länge nicht mehr korrigiert werden muss.

    • kleiderschmiede schreibt:

      Wenn ich den Blogpost nicht von jetzt auf gleich heute morgen hätte schreiben „müssen“ (also, weil ich mir das eingebildet habe), hätte ich das ganze auch mit Bildern untermalen können…

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