Nähen statt Therapie?

Von den Amis hört man öfter mal den Spruch „I am sewing – it is cheaper than therapy“. Das gilt natürlich nur mit ihrem tollen Gesundheitssystem, selbst die Praxisgebühr war schätzungsweise deutlich weniger, als jeder von uns fürs Nähen ausgibt….

Im grünen Forum war eine Dame unterwegs, die jeden Tag, komme was wolle, 45 min genäht hat. Einfach, um etwas zu schaffen und um auch einen Ausgleich zum stressigen Alltag zu haben.  Küchenwecker an und bis er gebimmelt hat wird genäht. Ich bewundere das, ich schaffe das nicht. Was unter anderem daran liegt, dass ich einen stressigen Job habe und gestern z.B. vor 7 das Haus verließ aber erst um 22 Uhr wieder nach Hause kam. Da ist nicht so viel mit nähen… Gut, ich sticke oft etwas während der Zugfahrt, aber das ist für mich kein Ersatz fürs Nähen.

Ich finde es am Nähen so toll, dass man sieht, wie aus einem Stück Stoff ein Kleidungsstück wird. Das hat mir gerade die Chaneljacke, die ich gerade nähe und bei der Annäherung angefangen habe, gezeigt. Der Stoff ist ein Biest, aber mit jeder Quiltnaht, mit jedem unsichtbaren Annähen von irgendwas wird er immer stabilier, so dass sich die Jacke jetzt ganz anders anfühlt, als der ****** Stoff, bei dem ich für jede Teilungsnaht zwei Heftnähte gemacht habe, damit sich ja nichts verschiebt. Man hat einfach ein fertiges, handfestes Ergebnis in den Händen und das ist toll.

Wenn ich länger nicht genäht habe, merke ich das auch. Ich bekomme dann ein ziemlich starkes Bedürfnis, wieder etwas zu nähen. Das tritt bevorzugt gegen Ende meiner Arbeitswoche auf, wenn ich am Wochenende aus irgendeinem Grund nicht zum Nähen gekommen bin.

Manchmal blockieren mich aber auch Projekte, die ich aus irgendeinem Grund nicht nähen will (wie z.B. letztens zwei einfache Einkaufstaschen) und ich dann als Folge daraus gar nicht nähe. Dann kommt so ein Termin wie die Annäherung Süd ganz gut, da man dann ja quasi nähen muss und der Rest kommt von alleine. Einfach anfangen ist oft das schwierigste.

Nähen entspannt mich, bringt mich auf andere Gedanken und ist ein großer Bestandteil, dass ich a) noch niemanden ernsthaft verletzt habe und b) noch nicht durchgedreht bin. Das sind natürlich nicht die Gründe, warum ich nähe, sondern eigentlich die netten Nebeneffekte. Und natürlich ist es einfach ein tolles Gefühl, wenn man ein selbstgenähtes Lieblingsteil in der Hand hat.

Daher möchte ich für mich gerne weiter versuchen jeden Tag etwas zu nähen. Das heißt dann auch, dass ich am Wochenende planen muss, was ich während der Woche nähen kann, da hier, wie sich letzte Woche gezeigt hat, Handnähte besonders gut eignen. Oder eben Heften, wenn ich mal wieder so einen tollen Stoff unter der Nadel habe…

Jetzt interessiert mich natürlich noch Eure Meinung zu dem Thema. Geht es Euch auch so? Noch nicht drüber nachgedacht? Ich bin gespannt!

Alles Liebe,

Marianne

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2 Antworten zu Nähen statt Therapie?

  1. Mir geht es eigentlich auch so. Ich werde kribbelig, wenn ich länger nicht an die Maschine gekommen bin. Vor allen Dingen im Urlaub! Also, für mich ist es auch Entspannung – wenn es denn klappt. Das ist natürlich eine Voraussetzung. 🙂
    LG, Sandra

  2. luzie schreibt:

    Geht mir ähnlich. Ich werde ganz frustig, wenn ich kaum noch zum Nähen komme, so wie in den letzten Wochen/Monaten.
    Die Idee, jeden Tag 45 Minuten zu nähen, finde ich toll. Das wäre was, was ich für mich modifiziert, mal ausprobieren könnte.
    LG Luzie

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