The life-changing magic of tidying up

Früher, vor vielen Jahren habe ich nichts wegschmeißen können. Ich habe wirklich alles aufgehoben und das einzige „Ausmisten“ war, dass ich die Spielzeuge, für die ich zu groß wurde, meinen kleinen Geschwistern geschenkt hatte.

Irgendwann las ich dann gegen Ende meiner Schulzeit  „Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags“ von Karen Kingston und räumte „wirklich“ auf. Den ganzen Esoteil im Buch habe ich ignoriert, aber ich habe sehr rigoros ausgemistet. Nicht rigoros genug, einige Sachen habe ich aus schlechtem Gewissen behalten (z.B. teure Klamotten, die ich nie trug), aber doch habe ich meine Sachen immerhin deutlich reduziert.
Außerdem fiel es mir in der Folge nicht mehr schwer, wegzuwerfen und Sachen wegzugeben. Ein bis zweimal im Jahr wird mein Kleiderschrank entrümpelt. Bücher kaufe ich für den Kindle; wenn ich doch mal „richtige“ geschenkt bekomme, verschenke ich sie nachher weiter oder verkaufe sie (weil ich oft gefragt werde wo: hier gibt es eine Preissuchmaschine – und ja, oft bekommt man nicht viel, aber in der Summe ist es meist okay und das Geld ist ja sowieso ausgegeben. Als Wertanlage sehe ich meine Bücher wirklich nicht).

Dann gab es ein neues Aufräumbuch in der Welt: „The life-changing magic of tidying up“ von Marie Kondo (drauf gekommen bin ich über diesen Eintrag von Goodbye Valentino).

Das Buch habe ich sofort gekauft, verschlungen, für gut befunden – aber nicht umgesetzt.

Worum geht es?
Konmari (so der Spitzname der Autorin) teilt unsere Dinge in 5 Kategorien ein:

  1. Kleidung
  2. Bücher
  3. Papiere
  4. Verschiedenes (Komono)
  5. Sentimentale Dinge

Dann sammelt man alle Dinge, die man von einer Kategorie hat, also z.B. alle Kleidung, an einem Platz auf dem Boden. Dies soll einem zuerst einmal klarmachen, wie viel Kleidung man besitzt.

Im zweiten Schritt nimmt man jedes einzelne Ding in die Hand, und entscheidet, ob es einem Freude bereitet (und das kann so simpel sein wie: ja, meine Winterjacke bereitet mir Freude, weil sie mich im Winter warm hält). Alles was keine Freude bereitetet, fliegt raus. Das heißt nicht, dass man alles rausschmeißen soll und plötzlich in einer minimalistisch eingerichteten Wohnung leben soll. Wenn einem seine 100.000-teilige Bierdeckelsammlung Freude bereitet, darf man sie selbstverständlich behalten.

Im dritten Schritt verstaut man dann die Dinge wieder. Dazu gibt es Tipps, wie man seine Kleidung faltet und Konmari empfiehlt, alle Dinge einer Kategorie an einem Platz zu verstauen.

Natürlich kann man die obengenannten Kategorien noch in viele Unterkategorien unterteilen, was vor allem bei „Komono“ unbedingt notwendig ist. Aber dann gilt die Regel „Alle Aufbewahrungslösungen sind nur vorübergehend, bis man mit dem Ausmisten der Kategorie fertig ist“. Und sie empfiehlt, alles in einem Durchgang aufzuräumen, wobei ein Durchgang durchaus 6 Monate dauern kann.

Hat man ihren „Kurs“ abgeschlossen, hatte sie angeblich noch keine Rückfälle.

Nun ja, beim ersten Mal habe ich nichts umgesetzt, da mich das „alles in einem Durchgang“ überfordert hat. Einzig meine Nähsachen habe ich einmal nach dieser Methode ausgemistet (also alles auf einen Haufen, dann das, was ich behalten will einräumen, der Rest wurde verschenkt). Aber im Prinzip habe ich es nicht umgesetzt.

Dann las ich einen Artikel in der FAS (print) und im Nachgang nochmal das Buch. Und dann hat es mich irgendwie gerissen und ich habe ausgemistet. Zuerst habe ich mit der Sockenschublade und der Unterwäscheschublade angefangen und am nächsten Tag dann den ganzen Rest, weil ich vorankommen wollte.

Jetzt sieht mein Kleiderschrank so aus (vorher war er aber auch schon ziemlich leer, aber so schön aufgeräumt war er noch nie):

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Als gute Hobbyschneiderin habe ich natürlich nicht alles entsorgt, was mir nicht gefällt, sondern auch einen Stapel mit „Reparieren/Ändern“.

Bücher und Papiere habe ich auch am Wochenende noch erledigt. Bücher war eine Angelegenheit von 30 min, da ich kaum gedruckte Bücher besitze. Die Papiere dauerten deutlich länger, da meine gesamten Unterlagen für die Dissertation in die Kategorie fallen. Und das ist einiges… Zu allem Überdruss brach 24h nachdem ich alles schön ins Regal einsortiert habe noch das Regalbrett durch und ich darf von vorne anfangen…

Nächstes Wochenende möchte ich gerne mein Komono aufräumen, zumindest mal das nicht-nähbezogene. Falls Interesse besteht, berichte ich gerne.

Wen das Thema interessiert, hier gibt es bei Artisans Square einen interessanten Thread mit vielen hilfreichen Links dazu.

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